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Agony im Test.

Autor des Artikels: Steven Wilcken Steven Wilcken


Wir haben die Gelegenheit erhalten Agony zu testen. Uns wurde ein Muster des Spiels überreicht und wir hatten ein paar Tage Zeit in die Höllenwelt einzutauchen. Vorweg wurde Agony ja schon ordentlich kritisiert. Trotz der Ankündigung an Ekelhaften-Szenen nicht zu sparen, war plötzlich die Rede von Schnitten in Raum. Für Spieler ein gefundenes Fresse einen Shitstorm – wegen erdachter Zensur – loszutreten. Doch tatsächlich liegt das Hauptproblem von Agony woanders…

Agony und das Spiel mit der Angst

Agony wurde mit dem Ziel geschaffen, ekelhaftes und Abstruses in zuvor niemals dagewesener Ekelhaftigkeit darzustellen. Trotz der bereits erwähnten Schnitte gelingt Agony mit Leichtigkeit absolut Ekelhafte Szenen einzufangen. Hätte es die Schnitt-Meldungen vorweg nicht gegeben, hätte sich womöglich niemals jemand aufgeregt.
Soll jedoch nicht bedeuten, dass man Agony nun empfehlen könnte. Denn Agony hat ganz andere Probleme. Die setzen sich aus der Machart und dem spielerisch Anteil selbst zusammen. Versprochen wird nämlich ein Horror-Egoshooter. Egoshooter villeicht – Horror jedoch nicht! Was macht „Horror“ so schrecklich? Etwa die Szene indem der Protagonist stirbt und die Kamera voll drauf hält oder das Geheimnissvolle vorweg, bei dem die Soundkulisse und das Bild nur Dinge erahnen lässt, aber uns mit unserer Angst vor den Möglichkeiten alleine lässt? Genau – letzteres ist der Fall. Agony hält immer einfach drauf, spielt nicht mit seinen Möglichkeiten und ist daher schon nach wenigen Minuten langweilig – und das obwohl man Gedärme, Turmorartige geschwülste, eklige Kreaturen und co am laufenden Band zeigt…


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Spielerisch ein Flop

Den Todesschlag gibt Agony darüber hinaus die spielerische Umsetzung. So ist schon die Steuerung nicht sonderlich Sauber umgesetzt und viele Spielsysteme haben immer wieder einen Blackout. So haben Dämonen nicht nachvollziehbare Wege oder sehen euch, obwohl ihr alles richtig umsetzt. Labyrinte sind so undurchsichtig, aber liefern euch wirklich nervige Aufgaben, da ihr nicht nur rausfinden müsst, sondern auch nicht ganz einfach zu identifizierende Gegenstände finden müsst.

Stirbt euer Charakter wandelt ihr als Seele in der Hölle umher und könnt gequälte Seelen übernehmen. Allerdings nicht alle – denn einigen müssen wir vorab eine schwarz Kutte abziehen und erschaffen uns so mehr oder weniger einen Checkpoint. Allerdings kommt es auch mal vor, dass wir in der Mechanik plötzlich in den Wänden feststecken oder es kam auch vor, dass wir einfach nichts übernehmen konnten. Agony strotzt nur so vor Spielfehlern.

Fazit:

Um es kurz zu halten. In der aktuellen Form ist Agony wirklich nicht empfehlenswert. Agony hätte sich deutlich mehr Zeit lassen sollen, denn Abseits der Spielentscheidung hat Agony durchaus ein interessantes Setting. Allerdings scheint den Entwicklern die Vision, möglicherweise aber auch das Geld und die Zeit gefehlt zu haben.

Was wir aber ganz klar sagen können, der Gewaltgrad ist nicht das Problem. Trotz schnitte ist Agony wirklich ekelhaft Brutal und reizt viele Grenzen aus. Allerdings müsst ihr wirklich eine Pein über euch ergehen lassen um dieses Spiel zu meistern. Wer sich davon motivieren lassen kann, um am Ende dauerhaft mit Ekelhaften Szenen zugedröhnt zu werden – der könnte durchaus noch Spaß in diesem Spiel finden. Ich gehöre nicht dazu und habe zu oft hinwerfen wollen.
Kaufempfehlung: Nein – wartet auf Patches.

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