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Sunset Overdrive im Test

Autor des Artikels: Steven Wilcken

maxresdefault[1]Müssen Spiele immer Ernst und Düster sein? Sunset Overdrive beweist, dass dies nicht so sein muss. Dieser knallbunte Mix, der sich selbst nicht sehr ernst nimmt, hat unser Herz ab den ersten Moment erobert. Warum erklären wir in unserem Test.

[b]Mutanten auf Droge[/b]
Der Tag für unseren Helden war alles anderes als erfolgreich. Wirklich verwunderlich ist dies nicht. In einer grandiosen Einführung wird uns das Leben unseres Protagonisten näher gebracht. Als kleiner Jobber arbeitet der Kerl hier und da und verdient sich ein wenig Cash für die Haushaltskasse um seine kleine unaufgeräumte Bude bezahlen zu können. Wir verkörpern einen Nerd. Intelligent aber mit einem völlig abstrakten Lebensstil verpennt der Kerl sein Leben. Aktuell jobbt unser Protagonist auf einer Veranstaltung eines Megakonzerns, der einen Energie-Drink namens „Over Charge“ herstellt. Seine Aufgabe? Aufräumen und die Dosen dieses Getränks einsammeln. Entsprechend groß fällt die Abneigung gegen dieses Getränk, weshalb er zu einer der wenigen gehört die es nicht Trinken.

[b]Over Charge[/b]
Schnell stellt sich heraus, dass diese Abneigung Gold wert ist. Denn der Genuss dieses Kultgetränks führt zu diversen Nebenwirkungen und verwandelt die Konsumenten in willenlose Mutanten. Allerdings sind Sie süchtig nach dem Energie-Drink und fühlen sich dadurch angezogen. Dies wiederum stellt sich schnell als großes Problem dar, denn durch den Energie-Drink lassen sich wirksame Waffen gegen die Mutanten zusammenbrauen. Ein Konflikt der uns Dauerhaft neue Aufträge verschafft.

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[b]Das individuelle Ich[/b]
Bevor wir allerdings in die große, weite, offene, Welt starten, gilt es zunächst das eigene Ich zu erstellen. Einen festen Charakter für die Geschichte gibt es nicht. Wir dürfen einen Charakter gestalten und haben dabei jede Menge Freiheiten. Egal ob männlich, weiblich, groß, schmal, nackig oder knallbunt gekleidet. Wir bestimmen wie wir diese Welt durchstreifen möchten. Sonderlich viel Gedanken müssen wir uns aber nicht unbedingt machen, denn der Charakter darf auch Nachträglich noch komplett umgestaltet werden. Insomniac Games macht dies sogar zu einem der Key-Features und belohnt unsere Erfolge immer wieder durch neue Kleidungsstücke, Frisuren, Gesichter, Schmuck und Accessories.

[b]Individuelle Vielfallt[/b]
Diese Kreativität ist allgemein ein großer Faktor in Sunset Overdrive. Immer wieder dürfen wir frei agieren, müssen selbständig aktiv werden und können Fähigkeiten (Style-Embleme), sowie Waffen bauen. Es entwickelt sich eine Art von Item-Hatz, die zwar nicht mit Diablo, Destiny und co mithalten kann. Dennoch halten die ganzen Individualisierungen schon einige Stunden bei Laune! Vor allem das Style-System. Da es sehr viele Möglichkeiten für uns bereit hält. In dem System schalten wir durch Pins neue Fähigkeiten frei. Diese Pins aber wiederum erfordern Fähigkeiten, sowie Over Charge. Ein Kreislauf und eine eigene Ökonomie bilden sich.

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[b]Freiheit wird großgeschrieben[/b]
Allgemein wird Freiheit in Sunset Overdrive großgeschrieben. Zwar werden wir durch Wegpunkte durch eine vorgegebene Story geleitet. Wenn wir möchten können wir aber auch abseits der Wege die Stadt erkunden und entdecken dabei jede Menge Dinge. So können wir Upgrade-Items sammeln, die überall in der Stadt versteckt sind. Wir können uns an Miniaufgaben messen. Vor allem dürften sich viele aber auch über einen Online-Modus freuen, bei denen ihr Gemeinsam in den Kampf gegen die zahlreichen Mutanten zieht.

[b]Einfach zu lernen, schwierig zu Meistern[/b]
Während man anfänglich schnell das Prinzip von Sunset Overdrive versteht und nach ein paar Versuchen mit athletischen Fähigkeiten über Dächer, Zäune, Autos und andere Gegenstände gleitet, wird man nur mit viel Übung das Maximum aus diesem Spiel heraus bekommen können. Denn all die Fähigkeiten die man bekommt werden letztlich in Style-Punkte gemessen. Und diese in ordentliche Höhen zu treiben wird mit fortlaufendem Spiel immer wichtiger. Und so wird es mit der Zeit immer kniffliger die Passagen und Kämpfe zu meistern, da ihr den Wechsel zwischen Sprungpassagen, Grinding, Kampf, Zielen und Schusssicherheit im Flug erledigen müsst. Gibt es nur einen kleinen Fehler verliert ihr eure Stylepunkte und eure Kombos müssen von vorne beginnen.

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[b]Anspruchsvoll[/b]
Trotz seines Comichaften Grafikstiles und seiner abgedrehten Darstellung, schafft es Sunset Overdrive von Anfang an zu überzeugen. Die Macher spielen gekonnt mit Klischess und bringen so immer wieder Szenen auf den Bildschirm, die grafisch brillant sind und auch atmosphärisch überzeugen können. Vor allem hält uns die Geschwindigkeit von dem Spiel aber auch ständig bei Laune. Es gibt kaum einen Moment wo dieses Spiel langweilig wird. Blöd wird es nur, wenn wir diverse Passagen nicht direkt bewältigen und dieser ständig wiederholen müssen. So gab es Beispielsweise eine Mini-Mission, die wir zwangsläufig mit einer recht großen Anzahl an Stylepunkten abschließen mussten. Nur dann gab es eine Medallie, die wiederum notwendig war um am Ende mit einem für die Story notwendigen Prozessor ausgestattet zu werden. Ähnlich verhielt es sich auch mit einer langen Sprungpassage, bei der wir durch hektische Sprungaktionen ein Hochhaus besteigen mussten. Sunset Overdrive verzeiht keine Fehler und zieht im Schwierigkeitsgrad stark an.

[b]Technik[/b]
Technisch überzeugt das Spiel in den meisten belangen. Beeindruckend ist die Weitsicht, vor allem dann wenn man auf Erhöhungen steht und über einen großen Teil von Sunset City blicken kann. Aber auch die Animationen, die voluminösen Explosionen, die tollen Licht und Schatteneffekte und das geniale Artdesign sorgen für ein wundervolles Gesamtbild und einem technisch starken Xbox One exklusiv Titel. Obendrauf gibt es einen ziemlich coolen Soundtrack, der die abgedrehte Stimmung in Sunset Overdrive perfekte einfängt. Außerdem eine sehr gute deutsche Sprachausgabe. Nicht so schön ist, das vor allem in den Multiplayer-Gefechten starke Slow-Downs erscheinen. Wir hoffen dass hier noch durch ein Patch nachgeholfen wird. Außerdem spielt die Kamera bei den hektischen Gefechten zwischen Mutanten und uns nicht immer perfekt mit.