Divinity Original: Sin Enhanced Edition im Test

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Mit Divinity Original Sin kommt ein hoch gelobter Rollenspiel-Epos vom PC auf die Konsole. Doch funktioniert ein Rollenspiel mit „alten“ macheniken auch auf Konsolen? Wir verraten es euch im Test.

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Worum geht es?
In Divinity Original Sin bekommt ihr ein Rollenspiel alter Schule geboten. Das Kampfsystem zeigt sich klassisch rundenbasiert. Taktik steht im Vordergrund – Aktion im Hintergrund. Wer Rollenspiel erleben möchte muss viel lesen. Und genau davon lebt dieses Spiel auch. Auch wenn die Hauptstory mit ihren zahlreichen Twists um Heldensein und Morde, durchaus interessante Momente bietet, sind es vor allem die kleinen Randgeschichten die uns während des Spiels immer wieder in die Welt versinken lassen.

Denn jeder NPC, selbst Tiere und Pflanzen können potentielle Questgeben in Divinity Original Sin sein und haben immer kleinere oder größere Geschichten zu erzählen. Machen wir unseren Job gut winkt am Ende immer eine Belohnung. Wobei grob genommen alles in der Welt eine Belohnung sein kann, denn jedes noch so kleine Detail kann von uns aufgehoben werden. So können wir schon durch sammeln, während der Quests, kleine Vermögen anhäufen.

Die Gunst der Freiheit
Freiheit ist das Stichwort in Divinity Original Sin. Denn wir bestimmen wo wir als nächstes hingehen. Wir bestimmen auch oft wie eine Quests letztlich ausgeht. Vor allem aber haben wir die Freiheit aufgaben auf ganz unterschiedliche Weise zu lösen. Entweder haben wir unsere Skills so gewählt dass wir NPC`s durch Überzeugungskraft dazu bringen können uns die nötigen Antworten zu liefern. Oder aber wir versuchen uns die Informationen anders zu holen. So kann schon mal ein Haustier des Besitzers ein wichtiger Tippgeber sein. Es ist aber auch möglich einfach in ein Haus einzubrechen.

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Skills
Letztlich benötigen wir für alles aber immer die richtigen Skills. Und genau hier erweist sich Divinity Original Sin als genial. Dieses Spiel bietet euch eine sehr komplexe Freiheit euren Charakter so zu gestalten wie ihr das wollt. Gegen Anfang gibt es zwar einen klassischen Charakter-Editor, bei dem ihr euren Charakter auch zunächst einer Spezifizierung zuordnen könnt. Während des Spielens können Charakter aber alles lernen. Ein Krieger lernt so mächtige Zauber. Ein Zauberer kann eventuell mit dem Bogen umgehen oder aber auch schwere Rüstungen tragen. Wichtig sind die Stats und die Fähigkeiten, die wir frei verteilen dürfen.

Einfach drauf los verteilen ist aber eine schlechte Idee, denn mit zunehmenden Fortschritt werden die Kämpfe in Divinity Original Sin immer knackiger. Die Entwickler setzen gezielt auf ein „Schere, Stein, Papier“ System, bei dem ein Element oder Angriff eine andere Fähigkeit aussetzt. Um mal ein paar Beispiele zu nennen: Wir kämpfen gegen Feuerskelette auf Verbrannten Boden. Hier sind die Feuerskelette deutlich stärker. Also beschwören wir mit unserer Zauberkraft einen Regen herbei und löschen den Boden. Nun sind wir im Vorteil.

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Eine andere Situation war, dass ein Spinnenwesen Wasser eingesagt hat und uns mehrmals mit einer Welle schwer verwundet, sogar getötet hat. Irgendwann kam die Idee, dass Wasser durch Elektrozauber villeicht gestoppt werden könnte. Und tatsächlich wurde die Spinne durchdurch gestunnt und konnte nichts mehr gegen uns ausrichten. Mit der Zeit wird das System natürlich komplexer und ihr müsst strategisch um die Ecke denken um die Macht in den Kämpfen zu behalten.

Ko-op Spaß und Entscheidungen
Besonders viel Spaß könnt ihr ebenfalls haben, wenn ihr das Spiel im Ko-op Modus spielt. Das ist vor allem bei dem Entscheidungssystem interessant. Denn immer wieder stellt euch das Spiel vor wichtige Entscheidungen. Dabei muss jeder eurer Charakter eine Entscheidung treffen und da meist unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden, wird die Entscheidungsfindung sogar noch durch ein „Argument-System“ ergänzt. Wer hier gewinnt, dessen Entscheidung setzt sich am Ende durch. Das ist vor allem für richtige Rollenspieler interessant, da man den Charakteren in Spiel so ein eigenes Wesen verleihen kann.

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Technik
Technisch bietet Divinity Original Sin üblicherweise keinen Bombast. Enstanden ist das Projekt bei einem Indie-Entwickler. Entsprechend hat man sich für eine harmonische Vogelperspektiven-Darstellung entschieden. Am besten zu vergleichen mit dem Klassiker Buldurs Gate. Allerdings war das ein PC Titel und auch Divinity Original Sin nahm seinen Ursprung auf dem PC.

Auf den Konsolen PS4 und Xbox One funktioniert das Spiel nur bedingt. Denn tatsächlich muss man sich erst einmal an die Steuerung gewöhnen. Dialoge und Optionen werden bestätigt, indem ich eine Taste ein Zeit lang gedrückt halte. Die Bewegungs- und Angriffsbefehle gebe ich hingegen durch die Bewegung des Dualsticks und einen einfach Klick auf die Region oder das Objekt, wo der Held hinlaufen/interagieren soll. In der Praxis kam es dabei aber viel zu häufig vor, dass der Cursor zu weit sprang und so ganz andere Aktionen ausgeführt wurden…

Sprachausgabe gibt es kaum. Gröstenteils müssen Texte gelesen werden. Die sind alle gut geschrieben und vor allem die Nebengeschichten sind durchaus interessant! Optisch wirkt alles stimmig, aber veraltet.

Fazit: Divinity Original Sin ist mal wieder ein Rollenspiel-Epos alter Schule. Es gibt solche Projekte wohl nur noch von Indie-Entwicklern. Major-Publisher sind solche Spiele wohl zu gewagt. Insgesamt macht Divinity Original Sin vieles richtig. Allerdings merkt man dem Spiel sein geringes Budget an. Vieles könnte besser umgesetzt sein. Charaktere könnten Facettenreicher sein. Obwohl das Spiel immer wieder interessante Geschichten anschneidet, wachsen uns Charaktere zu wenig ans Herz.

Was bleibt ist ein solides Rollenspielprojekt mit tollen Ideen, dass aber aufgrund der Mittel nicht ganz mit den alten Klassikern mithalten kann. Spaß kann man aber dennoch mit diesem Spiel haben!

Kaufempfehlung: Rollenspielfans sollten zugreifen!


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