Life is Strange im Test

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Life ist Strange erzählt die Geschichte von Max Caulfield. Dabei greift das Spiel auf die Erzählweise in Episoden zurück. Sollte man einem weiteren Episoden-Spiel eine Chance geben oder kann man Life is Strange einfach vergessen? Wir haben Episode 1 gespielt und verraten euch unseren Eindruck.

Dorf-Geschichten
Max Caulfield hat ihre Familie in Seattle verlassen um in ihrer Heimatstadt – Arcadia Bay, Oregon – zu studieren. Dort geht Sie an die Blackwell Academy, in der Sie eher unbeliebt ist. Viele betrachten Sie als Freak. Immerhin hat Sie nichts besseres zu tun, als den ganzen Tag irgendwelche Dinge zu Fotografieren. Leider ist diese Einschätzung gar nicht so falsch. Während einer normalen Unterricht-Stunde bemerkt Max nämlich ihre Fähigkeit, Zeit einfach zurück drehen zu können. Dabei kann sie Zwar nicht um Jahre zurück springen. Kurze Momente kann sie aber erneut erleben und nach Belieben zurück spulen. Doch schon bei Kleinigkeiten, die innerhalb des Unterichtraumes stattfinden, bemerkt Sie schnell, dass Zeitmanipulation auch nach hinten los gehen kann.

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Das Spielprinzip
Ständig werden wir mit neuen Situationen konfrontiert, die uns in bester Film-Manier vorgespielt werden. Immer sind wir in einem Korridor „gefangen“, in dem wir ein bestimmtes Event auslösen müssen. Frei sind wir dabei nicht wirklich. Die wenigstens Türen können betreten werden. Immerhin dürfen wir etliche Objekte in den Räumlichkeiten untersuchen und teilweise sogar mit ihnen interagieren. Auch gibt es immer ein paar NPC`s, die uns Rede und Antwort stehen. Aber die wenigstens NPC´s oder Objekte sind wirklich wichtig. Sind Sie wichtig, macht uns das Spiel darauf Aufmerksam und informiert darüber, dass unsere Handlungen sich auf den weiteren Verlauf des Spiels auswirken.

Wie entscheidest du dich?
Genau in diese Situationen spielt das Spiel seine große Stärke aus. Denn getrieben durch die Möglichkeiten, probiert man dank der Zeitmanipulation viele Siutationen aus. Es gibt immer mindestens zwei, meist aber mehrere Entscheidungs-Optionen, die wir auswählen können. Ist eine Option durchgespielt, haben wir immer die Möglichkeit die Zeit zurück zu drehen und uns anders zu entscheiden. Nun liegt es an uns, welchen Pfad wir einschlagen. So oder so beeinflusst unsere Entscheidung das ganze Spiel. Lässt uns Szenen jeweils anders erleben. Schon hier wird klar -> das sollte man mehrmals durchspielen! Und das möglichst bewusst um am Ende alles mal gesehen zu haben.

Schon gelesen?  Constructor im Test.

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Großes Charakter-Kino
Spielerisch hat das Spiel faktisch wenig zu bieten. Dennoch reisst es Spieler in seinen Bann, da DontNod beweist, dass Sie wundervolle Geschichten erzählen können. Es fängt bei den Charakteren an, die einem von der ersten Minute an Symaptisch sind. Als Spieler fiebert man mit ihnen mit, wünscht ihnen gutes und schlechtes und möchte bestimmte Figuren schützen. Dazu präsentiert man einen fantastischen Soundtrack, der das Spiel atmosphärisch deutlich bereichert.

Kritik: Episode um Episode
Wie ihr bis hier hin merkt, hat mir der Titel sichtlich Spaß bereitet. Der vorab geteilten Meinung einiger Presse-Kollegen kann ich also nur zustimmen, dass dieses Spiel durchaus ein Blick wert ist. Jedoch missfällt mir die Episoden-Politik. Muss das sein? Es ist klar, dass das Spiel genau da endet, wo es langsam aber sicher spannend wird. Zwar lässt DontNod das Ende noch mit einer längeren Sequenz ausklingen, die richtig Lust auf Episode 2 macht. Doch alles im allem Missfällt mir diese Episoden-Politik. Es wäre doch völlig ausreichend gewesen, das Spiel für einen moderaten Preis, im Store als „Vollversion“ anzubieten. Nun muss man jeweils 6 Wochen gedulden um eine Episode von 1-2 Stunden (je nach Spielart) zu spielen.

Technik
Technisch macht das Spiel einen guten Job. Die Animationen sind gut gelungen, auch wenn Sie nicht an die Genre-Könige dieser Spiel-Art heran reichen. Man sieht, dass das Spiel auf die Unreal-Engine setzt. Beleuchtung, Artdesign erinnern an die zahlreichen Spiele, die immer diesen gewissen Touch durch die Engine bekommen. Schlecht ist das nicht und womöglich auch der einzige Weg gewesen, solche ein mutiges Projekt zu finanzieren. Dennoch hat das Spiel an einigen Stellen mit Slow-Downs zu kämpfen. Das passiert meist wenn viele neue Objekte geladen werden müssen. Abseits davon läuft das Spiel allerdings rund.

Wertung der Redaktion

Fazit: Wer bereits in den Genuss von QuanticDream Spielen (Fahrenheit, Heavy Rain, Beyond Two Souls) gekommen ist und mit diesen Spielen etwas anfangen konnte, der sollte unbedingt bei Life is Strange zuschlagen. Auch wenn Life is Strange technisch nicht mit den genialen Spielen von Quantic Dream mithalten kann, versprüht es einen ähnlichen Charm und schafft es ebenso die Gefühle des Spielers anzusprechen. Ich jedenfalls kann eine klare Empfehlung aussprechen. Preis/Leistung passen hier!

Wertung der Leser:


Unsere Wertung
  • Wertung
Unsere Wertung8.0

[+] Tolle Geschichte mit wundervollen Charakter-Kino
[+] Wundervolle Atmosphäre
[+] Gutes Preis/Leistungsverhältnis
[-] Auf weitere Episoden warten
[-] Keine deutsche Übersetzung (auch nicht Untertitel)

Wertung: 8/10

Spielzeit: Ca. 1-2 Stunden
Preis: 4,99€ / 19,99€ (alle 5 Episoden)

3 thoughts on “Life is Strange im Test

  1. SpartanN7 Reply

    @ Avanar
    Was die Episoden betrifft – man kann es auch so sehen, dass die Leute vorab schonmal das Spiel in einer nervigen Episoden-Form spielen können. Wer dies nicht möchte, muss warten, bis das Spiel komplett draußen ist. Fraglich nur, ob das Spiel schon fertig ist und man absichtlich die Leute ärgert – oder ob man die restlichen Episoden noch fertig machen muss.
    Meine Frau hat sich gleich alle Episoden gekauft – für rund € 20 ist das echt ein fairer Preis.

    Lustig ist es auch am Ende, wenn man sich ansehen kann, wie sich die meisten anderen Spieler entschieden haben 😀

  2. Axe of Dargo Reply

    „Lustig ist es auch am Ende, wenn man sich ansehen kann, wie sich die meisten anderen Spieler entschieden haben :grin:“

    Das ist aber eher von den TellTale Spielen abgekupfert. Wie bspw. The Walking Dead da ists auch so.

    • SpartanN7

      Kann ich nicht beurteilen – aber macht es damit dieses coole Feature schlechter? 🙂

      Wenn man sich aktuell Dying Light ansieht – die haben kräftig von anderen Spielen abkopiert – zB Herumgehüpfe von AC, Funktürme und Seilrutsche von FarCry, Schloss knacken von Skyrim/Fallout, Kampfsystem von Skyrim .. usw 🙂

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